…Zeit…

„Ich hab´s verkackt“ – jetzt gerade geht mir wieder so ein destruktiver Gedanke durch mein Hirn. Ich bekomme langsam Panik. Wie lange wird mein Leben noch gehen? Wie oft werde ich noch Weihnachten feiern? Wie oft Ostern? Wieviele Geburtstage werde ich noch zählen können? Was habe ich alles verpasst? Was will ich unbedingt in meinem Leben noch erleben? Echt – man könnte meinen – hier schreibt eine 75-jährige.

Zum Glück nicht!

Ich habe vor 8 Monaten meinen 50 sten gefeiert.  Bis zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich wie eine 20 jährige. Körperlich auf jeden Fall (naja- geistig natürlich auch).  Nun zwingt mich eine fiese Verletzung, die einen Monat zuvor eingetreten ist,  seit 9 Monaten zum Innehalten. Und das meine ich wortwörtlich. Denn mit dieser Verletzung ist mein Körper, was den Sport anbelangt, erst einmal lahmgelegt. Nichts geht mehr. Nee –  ich sitz nicht im Rollstuhl – aber ich bin armtechnisch bewegungsunfähig. Mein rechter Arm will einfach nicht mehr so, wie ich will. Blöde Sportverletzung, nicht auskuriert, mich selbst nicht wichtig genommen, nicht achtsam genug- und jetzt gibt es die rote Karte! Selbst schuld! Rumhüpfen wie ein junges Reh geht schon lang nicht mehr – und so schleichen sich die schlimmen Gedanken ein. Was vorher selbstverständlich war – ist jetzt im Alltag für mich eine permanente Herausforderung:

Kofferraumklappe meines Caddys mit rechts zumachen? Fehlanzeige! Mein Arm lässt sich nicht mehr strecken.

Eine Kanne Tee rüberreichen? Fehlanzeige! Hebelwirkung ist nichts für meinen Arm.

Mit meinem Bloodhound trailen? Fehlanzeige! Ich kann ihn nicht mehr halten.

Ich will Euch nicht langweilen – die Liste ist lang! Und mein Frust ebenso!

Ich mache mir Gedanken – über Krankheit – den Tod. Zu früh? Definitiv! Und doch –  im Angesicht der eignen Krankheit, lüften die tief im Inneren vergrabenen Sinnfragen, ihr Mäntelchen und konfrontieren mich mit der Realität:

Ist das Leben, das ich lebe so ok?

Bin ich glücklich?

Fetzt mein Leben?

Puuuh – das sind mal unangenehme Fragen – da würd ich gern ein großen Bogen herum machen. Ist echt unbequem. Zwingt zum Nachdenken – und mit Sicherheit kommen einige ganz unangenehme Antworten dabei heraus. Will ich die wirklich hören? Ich muss! Es gibt kein Entrinnen. Eine Antwort habe ich, hört genau hin: Die Zeit läuft ab! Und es beginnt mit der Geburt. Aber da macht man sich noch keinen Kopf. Sollte man aber, zumindest ab dem Zeitpunkt, ab dem man in der Lage ist, zu reflektieren. Früher oder später – die Fragen werden kommen. Seid gewiss! Mich hat es jetzt erwischt.

Plötzlich ertappe ich mich dabei, wie ich genau hinhöre, wenn im Radio (ich schau kein TV) wieder einmal eine Todesmeldung kommt. Der-diejenige ist mit 69 gestorben. David Bowie – der war´s. Ich denk mir: „Sch… das sind ja nur noch 19 Jahre, dann bin ich genauso alt wie der….“Verdammt kurz – was an Zeit noch bleibt. Nix mehr mit: Ich hab noch mehr Jahre vor mir als hinter mir. Das ist bitter! Wirklich? Und jetzt kommt es auf die eigene Denke an! Ich kann mich zurückziehen und die Hände in den Schoß legen: Es ist wie es ist.

Ich kann mich aber auch wachrütteln und sagen: „Hey! Nutze die Zeit!“ Denn es ist keine Zeit zum Trübsal blasen! Das ist vergeudete Zeit. Ich kann meine Karten jederzeit neu mischen. Und das Blatt, welches ich ziehe, kann ich so oder so auslegen.

Ich hab es in der Hand. Und wenn ich Bock habe, mit 50 mit dem Schreiben anzufangen, dann mach ich das! Yeah!!! – das fühlt sich gut an! Und plötzlich bin ich voller Energie-spüre mein Leben-spüre, dass ich noch Zeit habe, mein Leben zu leben. Ich bin wach, ich bin aufmerksam, ich bin neugierig was das Leben noch zu bieten hat. Ich muss nur zugreifen, ich muss darauf zugehen. Mit wachem Geist, offenen Augen und weit ausgebreiteten Armen (ja – mit beiden 😉).

Es ist doch ganz einfach: Willst Du Zuschauer in Deinem Leben sein? Oder Regisseur?

Ich helfe Dir: Du begegnest Jemandem, der Dir zwei Vorschläge macht:

„Ich biete Dir zwei Türen. Hinter jeder dieser Türen befindet sich ein Raum: In dem einem befindet sich… Nichts. Hier brauchst Du nichts tun. Einfach in diesem Raum liegen, nichts tun und warten. In dem anderen befindet sich… Was? Ein Raum, angefüllt mit Entdeckungen und Möglichkeiten. In diesem Raum musst Du Dich aber umschauen, Dich anstrengen, aktiv sein. Nichtstun geht hier nicht.“

Und? Welche Tür würdest Du wohl wählen? 🙈🙉🙊

Eure Maria

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Ein Gedanke zu “…Zeit…

  1. Hi Maria…well gute Besserung wünsche ich Dir, aber honey das ist echt nicht schlimm, wie jemand der z.B. Krebs bekommt! Das Leben ist so wunderschön, trotz m.Krankheit, es ist alles wie ein test im Leben, wie Du damit umgehst, daher la vita e bella.
    Lg Mel
    P.S…ich denke mal es geht Dir by now better…

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