… Jetzt – wie geht das eigentlich? …

Vor einigen Tagen saß ich mit einer unserer Azubinen in der Kantine – wir warteten auf die nächste Aktivität, die erst um 20:00 Uhr beginnen sollte. Wir hatten also tatsächlich Zeit. Und so kamen wir ans Erzählen. Sie berichtete mir, wie so ihr Vormittag verlaufen war, denn sie musste erst um 13 Uhr zur Arbeit. Also hatte sie bis 10 Uhr geschlafen – dann im Bett noch einen Film angeschaut und sich dann so gegen 12:30 Uhr aus dem Bett heraus Richtung Job gemacht. Eigentlich vollkommen banal. Und warum erzähle ich das nun? Mir wurde in dem Augenblick so sehr schlagartig bewusst, wie unbekümmert die Jugend noch in den Tag hineinleben und dieses sogenannte Jetzt genießen kann. Mir ratterte dabei gleichzeitig durch den Kopf, was ich alles an diesem Vormittag erledigt hatte, bevor ich zur Arbeit gefahren war: Eine unendliche Latte von Aufgaben ohne einen Augenblick bei mir zu sein.

Hmm, Hmm… okay – hört sich sehr esoterisch und abgedroschen an – das kann ich normalerweise gar nicht ab. Im Jetzt verweilen – super, wenn man vor lauter Stress nicht weiß, wo einem der Kopf steht… Und doch … irgendwie beschäftigt mich dieses Thema. Wie funktioniert das denn nun mit diesem ominösen Jetzt? Sicher nicht, in dem man mantraartig vor sich hinmurmelt: Ich bin im Jetzt, ich bin im Jetzt. Alles ist totaaaal toll alles ist wunderbaaaaaar. Das sind nur leere Phrasen. Denn man empfindet es nicht. Und genau darum geht es doch, oder? Ich glaube es ist wichtig, einen tollen Augenblick überhaupt erst einmal zu erkennen und diesen somit als etwas Besonderes ins Bewusstsein einkehren zu lassen. Und genau darin besteht die Herausforderung: Erkenne einen besonderen Augenblick und würdige ihn genau dann wenn er passiert! Simpel, oder? Na klar in der Theorie immer. Und wie sieht die Praxis aus? Keine Zeit, keine Zeit, hetz, hetz, hetz… Hier sind also Erziehungsmaßnahmen an einem Selbst vonnöten.

Es gibt sicherlich viele Augenblicke im Leben, die würdig sind als etwas Besonderes erkannt zu werden. Machen wir uns doch einfach die Mühe und versuchen beim nächsten Mal einen solchen Augenblick zu schnappen und in unser Bewusstsein zu lassen. Genauso wie wir uns die Mühe im Alltäglichen machen, unsere To Do Liste gewissenhaft zu erledigen.

Mir gelingt es bei Weitem nicht oft – aber manchmal – ja manchmal schaffe ich es, so einen Augenblick zu fassen und fest zu halten. Z. B. wenn ich mit meinem Bloodhound Hobbit und meiner DRK-Rettungshundestaffel mittwochs trainiere und das Training toll gelaufen ist – wenn einfach alles rund war – unsere Hunde die Trails mit ihrer unglaublichen Nase bilderbuchmäßig abgearbeitet haben und wir Menschen auch nicht groß für Verwirrung bei unseren Spürnasen gesorgt haben, sondern diese richtig gelesen haben.

Oder wenn meine schwer herzkranke Dogge so tapfer am Leben festhält und einfach nur glücklich ist, sobald wir uns zu einem schönen Spaziergang um den Lopausee aufmachen, dann freu ich mich so über seinen Lebenswillen.

Oder wenn ich abends mit meinem Mann noch auf der Terrasse sitze und über dies und das philosophiere, dann ist das für mich auch etwas ganz Besonderes.

Oder, oder …     – oh, schau einer an: Da sind sie ja – einige besondere Augenblicke, die ich tatsächlich erkannt habe und nicht wieder im Nirwana verschwunden sind – wie schön. 😉

Und wie geht es euch? Denkt ihr gerade auch an einen schönen Augenblick? Wenn ja, dann applaudiere ich – und freue mich mit euch, dass es euch gelungen ist ebensolche Augenblicke festzuhalten und gerade jetzt wieder in euer Gedächtnis zu holen – denn soll ich euch verraten, was daran so toll ist? Ihr ward zu dem Zeitpunkt im Jetzt. Holt euch noch viel viel viel mehr davon und haltet diese dann fest – ich werde es auch tun.

Eure Maria

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